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...die Sache mit dem Glauben...



"you're not that evil!"


Neulich erhielt ich eine Mail mit genau diesem Betreff. Daraufhin setzte ich mich erst einmal vor meinen PC und las mit aller Sorgfalt fast meine komplette Homepage durch.

Man entferne bitte den Baumstamm vor meinem Kopf und sage mir - wo auf dieser Seite habe ich jemals behauptet "evil" zu sein?


evil - engl. = böse
rückwärts = live
live - engl. = Leben


Um das also jetzt mal klar zu stellen: Ich bin nicht böse. Ich bin einfach nur, schlicht und ergreifend. Ich bin und wandle, meine Lebenszeit fristend, auf dem Antlitz der Erde herum... ok, jetzt wirds theatralisch
Es mag Leute geben, die sich "Satanisten" schimpfen und als "das Böse" in Person, mit furchtbar grimmigem Gesichtsausdruck kleine Kinder erschrecken. Auch solche Leute sind nicht böse. Sie sind ebenfalls nur - und das mit völlig falschem Selbstbild.

Überhaupt ist das mit "gut" und "böse" doch alles sehr relativ. Was für den einen "gut" ist, ist für den anderen "böse". Auch wenn etwas aus einem "guten" Vorsatz heraus geschiet, kann es durchaus "böse" oder schlechte Folgen haben... Und jetzt?

Einige Religionen, wie zum Beispiel der Buddhismus, lösen das Problem doch recht garlant - es ist alles gut, sofern es aus einem guten Vorsatz heraus getan wird. Die schlechten Folgen, die daraus resultieren haben keinerlei Bedeutung, wenn sie vorher nicht absehbar waren.

Aber wie sieht das ganze dann im Christentum aus? Ja, es gibt die 10 Gebote, die eindeutig in die Kategorie "gut" fallen und es gibt die Todsünden die wohl eher unter "böse" einzustufen wären. Aber ist das wirklich so einfach?




2oo5 habe ich mal versucht eine sachliche Interpretation das Problems zu verfassen. Bittesehr.


Nun stellt sich mit der Zeit natürlich die Frage nach Gut und Böse. Was ist gut und was ist böse?

LaVey beantwortet die Frage recht einfach und unkompliziert: „Gut ist, was du magst und böse, was du nicht magst.“.

Das klingt eigentlich ganz logisch. Niemand würde eine Sache die er mag als schlecht oder böse darstellen. Die allgemeine Definition von Gut und Böse ist sicherlich jedem bekannt. Hilft man jemandem in einer schwierigen Situation so tut man ihm etwas Gutes. Geht der Versuch jedoch nach hinten los und man verschlimmert die ganze Sache, so zählt aber immer noch der gute Wille. Schließlich wollte man ja helfen und das war mit Sicherheit keine schlechte Absicht. Ist etwas also nur dann böse, wenn es mit voller Absicht getan wird? Meiner Meinung nach nicht. Man kann jemandem mit voller Absicht Schaden zufügen und gleichzeitig jemand anderem oder sich selbst damit helfen. Das ist natürlich gut, für den Geschädigten kann jedoch kaum die Rede von einer guten Tat sein. Gut und Böse liegen also immer im Auge des Betrachters. Was für den einen gut ist, kann für den anderen böse sein. Es kommt immer auf den Blickwinkel an.

Im Allgemeinen sind Gut und Böse nichts weiter als Ansichten, mit denen jeder Mensch gewissen Dingen oder Taten gegenübersteht. Niemand würde eine Sache als abgrundtief böse bezeichnen. Selbst für einen Mord oder ein anderes Verbrechen lässt sich zumindest aus emotionaler oder psychologischer Sicht immer ein Grund oder Blickwinkel finden, der die Tat mildert oder zumindest begründet. Setzt man sich also lange genug intensiv mit einer Sache auseinander und versucht sie zu verstehen oder nachzuvollziehen, so ist es hinterher fast unmöglich sie als böse dazustellen. Natürlich kann man im Laufe der Zeit merken, dass man die Sache unverständlich, sinnlos oder bedeutungslos findet, aber von böse ist eher selten die Rede. Gut und Böse lassen sich also eigentlich ganz einfach auf Sympathie und Antipathie herabsetzen; auf „will ich“ und „will ich nicht“ oder „finde ich gut“ und „finde ich nicht gut“.

Was jemand gut findet und was nicht, wird aber leider in den seltensten Fällen von der Person selbst entschieden. Meist werden Sympathien und Antipathien von der Gesellschaft festgelegt, welche den Menschen prägt. Schon als Baby bekommt man von seiner Mutter und dem Umfeld einverleibt was Gut und was Böse ist, was man zu mögen und zu erdulden hat und was nicht. Die Erfahrungen, die das Kind in seinem späteren Leben macht, prägen natürlich auch, aber an der Grundeinstellung durch die Umwelt werden sie nicht viel ändern. Somit sind Gut und Böse allgemein festgelegte Werte der Gesellschaft. Werte, die durch eigene Erfahrungen, Vorlieben oder Abneigungen verändert werden können.

Das Ziel des Satanismus ist es jedoch, die Werte einzig durch das eigene Denken zu bestimmen und die Gesellschaft dabei außen vor zu lassen.

Man selbst entscheidet was man will und was nicht, was für einen gut ist und was nicht, was man erduldet und was nicht, ohne Rücksicht auf die Anderen. Das Maß hierbei ist das Gewissen. Gut ist alles was vom eigenen Gewissen (nicht von der Umwelt) geduldet und vertreten werden kann. Böse ist, was man nicht mit sich selbst ausmachen kann, weil man „ein schlechtes Gewissen“ bekommt. Aus satanischer Sicht würden sich Gut und Böse damit selbst aufheben, denn wer tut schon etwas was einem nicht bekommt und wonach er sich selbst schlecht fühlt, wenn er nicht von Außen dazu gezwungen wird?

Somit wären wir doch wieder bei LaVey.

„Gut ist, was du magst, böse ist, was du nicht magst.“

LaVey verfasste des Weiteren auch die 9 satanischen Sünden sowie die satanischen Gebote die ich der Vollständigkeit halber auch hier aufgeführt habe.



Interview mit einem katholischen Geistlichen

My view of life