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Satan ist nur ein Symbol. Er steht symbolisch für den Widerstand und die Auflehnung und für die Göttlichkeit in jedem einzelnen Menschen, der einen freien Willen hat und die Gabe besitzt, danach zu handeln. Natürlich kann, wenn man will dieser Begriff ausgeweitet werden, dies hat aber jeder selbst zu entscheiden.
Wieso also sollte der freie Wille dann nicht auch gebraucht werden? Wieso nach Dogmen oder Geboten leben und somit Einschränkungen hinnehmen? Somit wird ein Gott überflüssig. Das einzige göttliche Wesen ist der Mensch selbst. Der Mensch, das große Tier, das sich mit Satan dem Widersacher identifiziert. Viele Satanisten befassen sich außerdem noch mit anderen nicht christlichen oder jüdischen Göttern wie zum Beispiel dem ägyptischen Gott Seth oder mit Gottheiten der germanischen Religionen. Die oberste Grundregel des Satanismus ist die Anerkennung der eigenen Göttlichkeit. Das Leben soll in vollen Zügen ausgekostet und nicht durch „Sünden“ beeinträchtigt werden. Die Bedeutung von Gut und Böse ist hierbei zweitrangig. Satanismus ist somit frei von jedem „Zwang“ und frei von jedem Schuldbewusstsein. Aus „Gott“ und den „Sünden“ soll keine Neurose werden und kein Strick, den man sich selbst aufgrund seines Glaubens dreht. Im Übrigen geht es in der satanistischen Philosophie darum, selbst zu denken und nicht den vorgeschriebenen Dogmen eines Gottes zu folgen. Jeder Mensch ist selbst in der Lage zu überlegen, auszuprobieren und selbst zu entscheiden, was für ihn richtig oder falsch ist. Natürlich ist somit auch jeder Mensch selbst in der Lage die volle Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen und seine Taten und Entscheidungen nicht mit der Religion, dem Glauben oder Gott zu begründen. Des Weiteren gilt es noch einige andere Dinge klarzustellen:Die wenigsten Satanisten sehen Satan in irgendeiner Form als Person oder Wesen an. Satan ist ein Schema, eine Philosophie, ein Lebensstil, der von jedem anders definiert werden kann. Aleister Crowley vertrat für seinen Satanismus eine Philosophie, die auf den einen zentralen Satz aufbaute, „tu, was du willst.“ „Tu, was du willst, das sei das ganze Gesetz“, so heißt es in Crowleys „Liber Al vel Legis“ Dieser Satz kann zunächst so verstanden werden, wie er ist – „tu, was du willst.“ Aber wie steht es denn mit dem Willen? Laut Crowley hat der wahre Wille eines Menschen nichts mit seinen Begierden oder dem zu tun, wonach er strebt oder was er erreichen will. Das alles ist Egoismus und somit nicht ehrlich. Tut ein Mensch bestimmte Dinge um ein Ziel zu erreichen, hat dies für Crowley nichts mehr mit dem freien Willen dieses Menschen zu tun, weil es ja nur noch Mittel zum Zweck ist und somit nicht mehr frei. Crowley geht davon aus, dass alles was mit den körperlichen Bedürfnissen der Menschen zu tun hat, dem freien, eigenen Willen widerstrebt, da es von außen beeinflusst wird und nicht aus einem Selbst entsteht. Steht nun zum Beispiel jemand morgens freiwillig zwei Stunden früher auf, um nicht zu spät zur Arbeit zu kommen und sich so den Ärger mit seinem Chef zu ersparen, hat das laut Crowley nichts mit eigenem Willen zu tun, da dieser Mensch von außen beeinflusst wird. Würde sein Chef diesen Einfluss nicht ausüben, wäre ihm das Zuspätkommen egal und er würde auch nicht früher aufstehen. Was jedoch freier Wille ist und was nur durch Beeinflussung von Außen entsteht, muss jeder Mensch selbst herausfinden und sich somit „die Erkenntnis des wahren Willens“ selbst erarbeiten. Dies passiert laut Crowley durch „Disziplinierung seines Denkens und schonungslose Prüfung all seiner Glaubensgrundsätze“. Natürlich kann man – und das ist einer der wichtigsten Grundsätze der satanischen Philosophie – alles haben was man möchte, aber man sollte von nichts abhängig sein, da auch dann der Wille nicht mehr frei ist.
Wie deutlich zu sehen ist, habe ich mich damals noch sehr an Crowley orientiert (man zähle seinen Namen allein im letzten Abschnitt und staune). Heute sehe ich viele Dinge anders und auch von der "Disziplinierung des Denkens" halte ich - zumindest in Crowleys Sinne - nicht mehr sonderlich viel. Denn nur vom reinen Willen angetrieben, ohne Begierde auf das Ergebnis zu handeln ist doch recht schwierig, wenn nicht sogar unmöglich. Außerdem wiederstrebt es mir, denn ich tue schließlich die Dinge die ich tue aus einem bestimmten Grund heraus, gerade WEIL ich ein bestimmtes Ergebnis erzielen möchte. Ich bin mir nicht mal sicher, ob es überhaupt einen "unbegründeten" Willen geben kann. Denn selbst Liebe zu einer Sache oder einer Person kann eigentlich nicht als unbegründeter Wille verstanden werden... Naja, wie auch immer... Spontaner Gedankenerguss beendet (es ist doch immer wieder schön in seinen alten Philosophien herumzuwühlen und zu kritteln *ja ja*) Jeder mache sich sein eigenes Bild von Obigem... Meine Meinung zu Mr. Crowley habe ich hier - letzter Abschnitt - schon preisgegeben.