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Diese Interview entstand 2oo6 im Rahmen eines Schulprojektes von mir. Vielen Dank noch mal an den katholischen Pfarrer Norbert Prümm, der sich damals die Zeit nahm, meinem noch nicht wirklich ausgereiftes Geschwafel zum Thema Satanismus zuzuhören und sich seine Gedanken darüber zu machen.

Auch wenn dieses Geschreibsel aus meiner "Anfangszeit" stammt, wollte ich es niemandem vorenthalten. Denn auch wenn die Fragen doch ziemlich mies gestellt sind, die Antworten sprechen wohl für sich...


„Was sagen sie zum Thema Satanismus generell?“

Herr Prümm:

„Gerade in den letzten Jahren kam es immer wieder auf. Oft wurde jemand vor Gericht verurteilt, weil er furchtbare Dinge gemacht hat und sich dann damit entschuldigt hat. Insofern ist es immer noch ein sehr aktuelles Thema und ich finde es gut, dass darüber gesprochen wird. Mich würde interessieren was dich zu diesem Thema motiviert hat…“.

„Was sagen sie zu den Satanischen Grundsätzen?“

Herr Prümm:

„Mir ist beim Lesen etwas sehr Interessantes aufgefallen. Es gibt einen berühmten Satz von einem ganz berühmten Kirchendiener, Augustinus. Dieser lautet: „Liebe und tu was du willst.“ Und das jetzt mit Crowley in Verbindung zu bringen und zu sagen, so etwas hat schon Augustinus gesagt, zu sagen, das klingt ja fast genauso, das finde ich sehr interessant. Natürlich fragt man sich da nach der Verbindung. Wie kann das auf einmal ein Heiliger der Kirche sagen, der achthundert Jahre lang die Theorie der Kirche geprägt hat und auch heute noch nicht ganz unwichtig ist. Das finde ich sehr interessant“.
ich übrigens auch

„Was ging Ihnen im Laufe des Lesens meiner Arbeit sonst noch durch den Kopf? Was hatten Sie für Ideen und was hat Sie beschäftigt?“

Herr Prümm:

„Da gab es einen ähnlich großen Kirchendiener und Theologen, Thomas von Aquin. Der hat gesagt: „Der Mensch kann aus sich heraus etwas, was nur böse ist oder was er nur als böse und schlecht erkennt, gar nicht wollen. Er kann es nur wollen, wenn er sich irrt oder gezwungen wird, aber aus sich heraus nicht.“ Das ist auch wieder ganz genau das Selbe, was Crowley auch sagte“.

„Wie stehen Sie dann zu der satanischen Philosophie an sich?“

Herr Prümm:

„Das ist doch der entscheidende Punkt, gibt es da irgendetwas Einheitliches oder ist das alles nur subjektiv? Gibt es da irgendwelche objektiven Kriterien, wo ich sagen kann, das ist besser für ein Leben in Gemeinschaft, das ist besser für mich allein oder das kann ein gemeinsames Leben nur zerstören…“

„Gibt es für Sie ein Besser oder Schlechter?“

Herr Prümm:

„Man sollte sich fragen, was bringt auf langfristige Sicht am meisten Früchte? Was bringt der Menschheit am Meisten? Wo ist am meisten Liebe, am meisten Heil? Das ist dann der richtige oder besser, der mehr richtige Weg… Klar, das Christentum hat viel Mist gebaut, aber von jeher in der Geschichte hat es ja nicht nur Mist gebaut. Es gab auch viel Anderes. Das Christentum hat den Menschen viel Heil gebracht, es gab sehr viel Positives. Die katholische Kirche hat viel für arme Menschen und Kranke getan. Es kommt immer darauf an nach welche Kriterien man entscheidet. Man kann sagen, das ist besser für die Menschheit, es bringt mehr Gutes hervor. Da wäre dann die Frage, was bringt der Satanismus langfristig für Früchte hervor, die der Menschheit nutzen? Nutzen diese nicht nur dem Einzelnen?“

„Und was war für sie als Pfarrer, der sich ja mit Sicherheit schon einmal mit dem Thema Satanismus auseinandergesetzt hat, neu?“

Herr Prümm:

„Dass LaVey und Crowley die beiden Hauptschriftsteller waren, auf die sich das Ganze stützt, das war mir neu. Das Satanismus nicht das ist, was von den Medien rüberkommt, das war mir schon klar, damit hatte ich mich schon beschäftigt. Ich habe mich als Pastor und Religionslehrer eher mit dem praktizierten Satanismus auseinandergesetzt und weniger mit dem theoretischen. Dass Theorie und Praxis nicht immer das Selbe sind, ist mir klar. Die Theorie war neu für mich, ich kannte bisher nur die Praxis und da passieren dann eben solche unschönen Dinge, die nicht immer etwas mit der Theorie zu tun haben“.

„Von der Theorie und den Glaubensgrundsätzen der Kirche wussten Sie also nichts?“

Herr Prümm:

„Darüber wusste ich nicht viel, da diese bei uns in Deutschland kaum vorkommen. Wie du ja geschrieben hast, liegt dieser Schwerpunkt eher in den USA. Wir in Deutschland haben damit ja weniger zu tun. Wir bekommen immer nur mit, wenn Menschen so etwas praktizieren. Das ist auch das, was für den Religionsunterricht somit am Interessantesten ist. Deswegen habe ich mich mit der Theorie noch nie auseinandergesetzt“.

„Und haben sich Ihre Ansichten mit der Zeit verändert?“

Herr Prümm:

„Mir ist aufgefallen, dass man da schon noch ein bisschen deutlicher differenzieren sollte ob die, die sich als Satanisten bezeichnen, auch wirklich von der Idee her Satanisten sind oder ob sie nicht ihre eigene Willkür und den Nervenkitzel, so etwas auszuprobieren als Satanismus verkaufen. Da muss man noch sehr viel genauer sein. Wenn ich so etwas mitbekomme und erlebe was so berichtet wird, kann man nicht einfach urteilen. Das ist in der Arbeit schon deutlich geworden, dass man da genauer hinschauen muss“. riiichtig!

„Vielleicht noch ein Wort zum Abschluss…“

Herr Prümm:

„Natürlich kann man sagen, jedem das Seine. Ich glaube das, und du glaubst eben das. Aber man sollte immer auf die Ergebnisse schauen. Was für Früchte bringt der Satanismus, wenn es die reine Theorie ist, wie ist das in der Praxis umzusetzen und was bringt es.

Herr Prümm:

„In jedem Fall ist es meiner Meinung nach mutig sich an ein solches Thema heranzuwagen; Und ich finde gut, wenn es Leute gibt, die sich mit so etwas beschäftigen“.


Hier noch einmal den Hinweis zum Copyright: ich habe dieses Interview geführt und somit sind auch mir alle Rechte vorbehalten. Sollte ich das Interview oder Auszüge davon ohne mein Wissen und Einwilligung auf einer anderen Page finden, wird das Konsequenzen haben.



Nur der Vollständigkeit halber sei hier angemerkt: Für mich ist Alleister Crowley aus heutiger Sicht schlicht und ergreifend ein senieler, alter Schwachkopf, der eindeutig zu lange unter dem Einfluss halugener Drogen hantiert hat. Er mag in seinen früheren Tagen - gerade im Breich der Manipulation und psychischen Beeinflussung von Menschen - einiges geleistet haben, aber was ist denn heute aus Mr. - the beast 666 - Crowleys Magick geworden? Kommerzielle Gehirnwäsche, mit der Scientology seine Milliarden scheffelt... Aufgebaut auf dem Satz "Do what thou wilt, shall be the whole of the law" - Thanks to Mr. Satan himself!