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Satan - ein Portrait


Natürlich bin ich mir bewusst, dass ich hier nur ein Minimum der (Teil)Aspekte von dem aufführe, was Satan aus religiöser Sicht bedeutet. Für mich sind diese Aspekte auch absolut irrelevant, da ich Satan nicht personifiziere, sondern als Schema verstehe.
Deswegen habe ich hier nur die für mich wichtigen Stücke herausgepickt. Was ich unter Satan verstehe, habe ich hier versucht darzulegen.



Als erstes muss ganz klar zwischen (normativen) Judentum und christlichem Glauben unterschieden werden.

Im Buch Hiob (rabbinischem Judentum) zum Beispiel ist Satan der Hauptankläger des göttlichen Gerichtshofes, und hat die Aufgabe Hiob zu prüfen, indem er ihm erst seine irdischen und später auch alle anderen Reichtümer nimmt.

Im nominativen Judentum ist ebenfalls nicht von freiem Willen die Rede, hier wird der freie Wille nur den Menschen anerkannt. Die Engel handeln hier stets nach Gottes Willen, weswegen die Engel hier auch nicht als wirklich "böse" dargestellt werden. Generell gibt es im nomiativen Judentum keine Lehren eines wiedergöttlichen Prinzips oder Wesens. Gott wird als Schöpfer von Licht und Dunkerheit verehrt, womit ein Gegenpart überflüssig wird.

Im Alten Testament gilt der Teufel als Widersacher des Jahwe, der vor Gottes höchstem Gericht im Himmel über die Menschen urteilt. Satan und seinen Dämonen gehörten also ursprünglich zu den Engeln Gottes und hatten die Aufgabe die Treue der Menschen zu Gott zu prüfen und sie zu Sünden zu verführen. Da Engel freie Wesen waren, die einen eigenen, freien Willen hatten, waren sie in der Lage ihr Dasein und ihre Existenz selbst zu bestimmen. Diese Engel wandten sich nun gegen Gott und wurden als Strafe aus dem Himmelreich verbannt und mussten fortan in der Hölle leben. Hierbei ist die Hölle wohl eher als Zustand und nicht als Ort zu interpretieren. Sie lebten also fortan in einem Zustand der Hoffnungslosigkeit, des Hasses und der Qual.

"Die Engel" sind hier wohl als mehrere Aspekte Satans zu verstehen, mehrerer "Gottheiten" wenn man so will. Davon gibt es eine ganze Reihe: der ägyptische Seth, Schaitan (arabisch "Teufel"), auch Iblis ("Enttäuscher") oder Azazil genannt, der höchste Teufel im Koran, oder der Ahirman, einen Gott im Zoroastrismus, der dort das Böse verkörpert, sind nur ein paar Beispiele.
Das ist im Übrigem aber sowieso egal, denn Satan ist auch hier keine "Person" sondern ein Titel.
So wird zum Bespiel auch in der Kabbala, dem mystischen Judentum, der Engel Samael (oder andere Engel) mit dem Titel "Satan" belegt, um das wiedergöttliche Prinzip oder Handeln zu verdeutlichen.

Im apokryphen Text „Leben Adams und Evas”, einem Text, der nicht mit in die Bibel aufgenommen wurde (und der heutigen islamischen Sichtweise im Koran erstaunlich ähnlich ist) , heißt es, dass als Gott den Menschen als sein Abbild erschaffen hatte, Satan sich als einziger der Engel weigerte, dieses neue Wesen anzubeten. So erregte Satan Gottes Zorn und wurde verbannt. Von nun an lebte er auf der Erde und versuchte den Menschen Böses zu tun, da er sie als Grund für seinen Verstoß ansah (Erzählung des Teufels von seinem Fall, aus WEIDINGER, Die Apokryphen).


Da ich es schon erwähnt habe, möchte ich wenigsten kurz auf den Islam eingehen.
Auch hier war der Teufel Shaitan ursprünglich ein Engel Gottes, der 1000 Jahren lang die Pforten des Paradieses bewachte, bis Allah Adam schuf.
Allah lehrte Adam alles was er wusste und machte ihn somit weiser als die Engel. Aus diesem Grunde sollten sie sich vor ihm verneigen. (Sure 2:34) Alle gehorchten, bis auf Schaitan, woraufhin er aus dem Paradies verbannt wurde.
Da die Engel jedoch auch laut Koran keinen freien Willen hatten, und sich Gott somit auch nicht wiedersetzen konnten, ist das wohl der Beweis dafür, das Schaitan kein Engel war, sondern das Teufel und der "Enttäuscher".

Dies sind einige von vielen Interpretationen, die das Christentum im Laufe der Zeit hervorgebracht hat. Nach und nach werden Satan auch immer mehr Dämonen als Diener und Begleiter untergeordnet. Diese sollen aus sexuellen Beziehungen zwischen Engeln und Menschen hervorgegangen sein. Ein weiterer Grund wieso Satan immer wieder als Verführer oder sexueller Versucher angesehen wird. Wirklich einbezogen und erwähnt wird Satan in der Bibel schon im Alten Testament, als „Teufel“, Widersacher (hebräisch: Satan) und Verführer gegen Gott. Ursprünglich ist von Diabolo (griech. Diabolos) die Rede, was soviel bedeutet wie der Verwirrer, Verleumder oder Durcheinanderbringer. Später wurde Satan dann mit dem römischen Gott Luzifer (Lichtbringer) gleichgesetzt (Jes. 14,12 und Lukas 10,18). Das erste Mal tritt er im Alten Testament als Schlange, als Verführer Evas, auf.

(Ja, mir ist bekannt dass es Theorien gibt, die besagen, die Schlage sei gar nicht Satan, sondern nur eine handelsübliche Schlage. Dazu kann ich ehrlich gesagt nichts sagen, weil ich mich mit dieser Darlegung noch nie wirklich beschäftigt habe. Sie ist für mich ebenfalls irrelevant und spielt für meine Weltansicht keine Rolle.
Deswegen findet sich hier auch die "altbekannte" Version der Geschichte. Wer mich dennoch aufklären und ein wenig schlauer machen will, kann dies gerne tun. Solange bleibe ich aber bei dem hier, da es meiner Meinung nach seinen Zweck - vor allem im Hinblick auf mein Weltbild - erfüllt. Außerdem mag ich die Vorstellung ;-))

Er bringt sie dazu, die verbotene Frucht vom Baum der Erkenntnis zu essen, woraufhin sie ihre eigene Göttlichkeit und den Unterschied zwischen Gut und Böse erkennt und deswegen von Gott aus dem Paradies verstoßen wird.


© by Karrikatur-cartoon


Als obersten Teufel oder bösen Geist wird im Neuen Testament auch Beelzebub genannt. Der Name fällt oft bei Geschichten von Geisteraustreibung oder Exorzismen. Er wird als Dämon für die Todsünde der Unmäßigkeit bezeichnet. (Markus 3, 22) Oft wird er als Mischwesen beschrieben, als gehörnte Gestalt, bedeckt mit schwarzem Haar, Löwenschwanz, Entenfüßen (Drudenfuß) und Fledermausflügeln.

Im Neuen Testament hat der Teufel, als Verkörperung des Bösen und der Sünde viele Namen. Matthäus nennt ihn zum Beispiel „den Argen” (13,19) oder „den Feind” (13, 25). Johannes beschreibt ihn als „Vater der Lüge” (8,44), und einmal sogar als

„Fürst dieser Welt” (12, 31) siehe auch


Eine ganz zentrale Bedeutung, die hier auf keinen Fall vergessen werden darf, kommt von LaVey persönlich:
„Satan war und ist der beste Freund, den die Kirche je hatte. Er sorgte während all dieser Jahre dafür, dass Kirche im Geschäft blieb".